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»Das Abendmahl war schon immer ein Thema, schon seit es christliche Gemeinschaften gibt», sagt Diakonin Theda Kruse, die Organisatorin der Kinderbibelwoche. Während es unter dem Kirchenvater Augustin im vierten Jahrhundert nach Christus für die ganze Familie selbstverständlich gewesen sei, das Abendmahl zu feiern, habe sich später immer mehr die Überzeugung durchgesetzt, dass Kinder nicht verstehen würden, was beim Abendmahl gefeiert wird. Darum hat Luther den Konfirmandenunterricht eingeführt: um die jungen Menschen zu unterweisen.
Theda Kruse ist der Meinung, dass vor allem Kinder zwischen etwa sechs und elf Jahren »empfänglich für religiöses und spirituelles Erleben sind». Im Konfirmandenalter seien oft »andere Dinge dran». Gemeinsam mit 30 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern führt sie die Kinder mit Hilfe von biblischen Geschichten in die Thematik ein. Am Montag, dem ers-ten Tag, bekamen die Jungen und Mädchen vorgespielt, wie Jesus die Kinder segnet. In der anschließenden Gruppenarbeit bastelten sie unter anderem mit Segenswünschen versehene Hü- te, »weil Gott uns behütet», erklärt der sechsjährige Johannes. Am nächsten Tag wird die Geschichte vom habgierigen Zöllner Zachäus erzählt. Er ändert sich vollkommen, nachdem Jesus zu ihm nach Hause gekommen ist und mit ihm gegessen hat. Petrus, den Theda Kruse per Handy herbeigerufen hat, erzählt den Kindern seine Sicht der Dinge, schließlich war er vor 2000 Jahren dabei. Die Geschichte hat es der Zweitklässlerin Svantje angetan. Sie kann Zachäus nachempfinden, wie es ist, nicht gemocht zu werden - und wie schön Vergebung ist: »Ich habe eine richtig gute Freundin, und dann war sie sauer auf mich, und ich wusste nicht wieso, und dann haben wir uns gestritten und wieder vertragen», erzählt sie.
Die Speisung der 5000 und die Hochzeit zu Kana leiteten am Mittwoch auf Brot und Wein, beziehungsweise Traubensaft über: Auf das, »was unser Herz erfreut und stärkt», sagt Theda Kruse. Eine saftige Traube, die man sich im Mund zergehen lässt, erfreut nicht nur den Gaumen. Brot stärkt, besonders nach einem längeren Spaziergang, nach dem die Kinder Hunger bekommen haben. Darum gab es in der Pause auch ein richtiges Essen, nicht wie sonst eine Kuchenpause.
Heute bereiten die Kinder das Abendmahl vor, das im Familiengottesdienst gefeiert wird, der um 17 Uhr beginnt. Doch zuerst geht es ums Passahfest, das Jesus zum Abendmahl umgestaltet hat. Die Kinder erfahren, warum kein Lamm mehr geschlachtet wird: Jesus opfert sich selbst. »Wir wollten die Passion mit Ostern verbinden: das Leiden und die Ernsthaftigkeit mit der Befreiung zum Leben», sagt Theda Kruse.
Den Kindern gefällt die Herangehensweise bei der Kinderbibelwoche ausgesprochen gut: Sie finden sie nicht nur »interessant und aufregend», sondern ihnen gefällt auch, »dass man viel zu tun hat, und dass wir so viel basteln und spielen», sagt Wiebke von der »Brot-Gruppe».
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