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Ideenreich interpretiert
Zum Abschluss des Gartower Orgelsommers spielt Eckhardt Kuper ein Bach-Programm. Thomas Janssen berichtet in der Elbe - Jeetzel - Zeitung am 21. August 2004:
tj Gartow. Absolute Musik erschließt sich immer auch, aber nie ausschließlich aus Person und Biographie des Komponisten. Natürlich prägen solche Dinge Musik, doch sie ist mehr, ist Produkt einer Transformation.
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Und ein Musiker, der die Beziehungen zwischen der Musik und der Welt der Person, die sie geschaffen hat, illustrieren will, tut gut daran, in seinem Programm Raum zu lassen für das, was jenseits der kruden Biographie die Musik bestimmt.
Das tat am Mittwoch der Organist Eckhart Kuper aus Hannover, der mit einem so klug zusammengestellten wie fulminant gespielten Bach-Programm den diesjährigen Gartower Orgelsommer beschloss. Er hatte Präludium und Fuge Es-Dur (BWV 552) mit vier Duetten aus dem dritten Teil der Klavierübung und »Dies sind die heiligen zehn Gebot» (BWV 678) zu einer Programmfolge zusammengestellt, die einerseits religiöse Bezüge der Musik Bachs deutlich werden ließ, ohne aber diese andererseits überzustrapazieren und ihnen die Affektvielfalt der Musik unterzuordnen. Die aufsteigende Tonartenfolge des Programm etwa ist zwar Hinweis auf trinitarische Gedanken, wie es Gartows Pastor Eckart Kruse formulierte, die Mittelstellung von »Dies sind die heil»gen ...» weist deutlich auf das religiöse Zentrum der Welt Bachs - in der transparenten Noblesse des Klangs, die Kuper mit der bei diesem Werk relativ üppigen Registrierung zu verbinden wusste, aber auch auf die Freude an klangsinnlichen Erleben. Das zweite Thema des Präludiums, das Kuper ein »Bambino-Thema» nannte, kann im Kontext der beiden anderen Themen als Hinweis auf den Gottessohn gelesen werden, ist zu Beginn aber auch einfach als Musik, die unbeschwerte Ausgelassenheit formuliert. Dass Kuper, Dozent an drei Musikhochschulen, auch Cembalist ist, wurde an dieser Stelle wie auch etwa im Anfangs- und Schlussthema des arkadisch-ätherischen F-Dur-Duett an der Klarheit seiner Interpretationen deutlich. Eine Klarheit, die die Vielfalt der Nuancen des Klangs des Hagelstein-Instruments betonte, eine Vielfalt, die Eckhardt Kuper auch bei der Gestaltung des aufwühlenden a-Moll-Duetts und der prägnant musizierten Fuge am Schluss ideenreich nutzte.
So belegte das Konzert einmal mehr, dass die Interpreten von dem historischen Instrument begeistert sind, wie Kantor Axel Fischer berichtet. Davon wie von der Freude, dies zu vermitteln, seien die Konzerte geprägt gewesen. Die Besucherzahlen des Orgelsommers (2004 erstmals Teil der Reihe »Orgelschätze der Lüneburger Heide») seien »ungebrochen gut» gewesen, resümiert Fischer; zwischen 70 und 130 Gäste pro Konzert. Der Orgelsommer Gartow werde fortgeführt, so der Kantor, er sei ein »wesentliches Stück kirchenmusikalischer Identität» für die Gemeinde.
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