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Die Männergruppe der Kirchengemeinde trifft sich monatlich zu einem Gesprächsabend und gestaltet bei Bedarf auch praktische Arbeitseinsätze. Das reicht vom Baumschnitt auf dem Friedhof bis zum Abriß von defekten Gebäuden. Diese Treffen machen Spaß und haben manchmal sogar einen tieferen Sinn. Unsere jährlichen Exkursionen geben dem Ganzen den besonderen Pfiff. Davon erzählt der folgende Artikel:
Das Fahrrad hat zwei Gaspedale,
wir sind ja nicht zum Spaß hier – zahlreiche, solcher tiefgründiger Erkenntnisse wurden bei der diesjährigen Exkursion der Männergruppe gewonnen. Nach den Kanus und den Wanderschuhen wollten wir uns dieses Jahr mit Hilfe des Fahrrades in der Natur bewegen und konnten unzweifelhaft feststellen, damit das mobilste aller drei Fortbewegungsmedien gewählt zu haben.
Geprägt war die Tour unserer achtköpfigen Gruppe durch eine vielseitige Mischung individueller und gemeinschaftlicher Erlebnissen, die in geballter Form ein Wochenende füllten.
Von Gartow aus setzten wir uns am Freitagnachmittag in Bewegung, um in den frühen Abendstunden den Zug zu erreichen, der uns von Salzwedel nach Tangermünde bringen sollte. Die anschließende Zugfahrt führte zur Erkenntnis, daß die Lautsprecheraufforderung zum Drücken einer „Fahrgast-Haltewunsch-Bedarfstaste“ kontraproduktiv dazu führen kann, die gewünschte Station zu verpassen, weil der unbedarfte Gelegenheitsbahnkunde möglicherweise zu lange über diesen Begriff nachsinnieren muss. Jedenfalls erreichten wir Tangermünde planmäßig und konnten am Abend die wunderschöne Altstadt, die z.T. auch durch Gartower Zimmerleute restauriert wurde, kennenlernen.
Die Hauptetappe verlief am folgenden Samstag nach Überquerung der Elbe durch die Altmark Richtung Norden. Auf dem See am Ort Klietz wurden wir Zeugen eines von der Bundeswehr organisierten Fischerstechens an dem wir mangels Zeit nicht teilnahmen obwohl wir mit unseren kräftigsten Tourteilnehmern sicherlich gute Chancen gehabt hätten. Auf sandigen Waldwegen bewegten wir uns weiter nach Havelberg, wo eine Flugshow von Ultraleichtfliegern unser Interesse fand. Ein Teilnehmer der Gruppe konnte nur aus versicherungstechnischen Gründen daran gehindert werden, sein Rad im Stich zu lassen und den weiteren Weg in solch einer luftigen Kiste fortzusetzen. So konnten wir anschließend gemeinsam die Anhöhe in Havelberg hinaufradeln und wurden durch den guten Ausblick und Anblick der Kunstwerke des St. Marien Doms belohnt. Infolge des fortschreitenden Trainingszustands war nun auch kein Murren einzelner Teilnehmer mehr zu vernehmen, das sich Anfangs schon mal angesichts von, mit freiem Auge kaum wahrnehmbaren Erhebungen, Luft machen konnte („Hier müssen wir jetzt rauf??“). Entspannt blieb die Atmosphäre auch trotz einer Fehlfahrt im Bereich zwischen Elbe und Havel nordwestlich von Havelberg, die durch unzureichende Wegemarkierungen und Karten zustande kam. Eine zeitweise Auflösung des Fahrerfeldes, das auch zu einer Desorientierung einzelner Fahrergruppen führte, konnte Handy-sei-Dank bald wieder beendet werden. Jedenfalls erreichten wir in den Abendstunden vollzählig Bad Wilsnack und ließen es uns und der einheimischen Gastronomie erst mal gut gehen.
Die Schlussetappe nach Gartow wurde durch einen morgendlichen Abstecher zur östlich gelegenen Plattenburg bereichert. Es handelt sich hier um die größte Wasserburg Norddeutschlands und die Besichtigung von Wassermühle, Kapelle, Burgmuseum und Folterkeller ist nicht nur beeindruckend, sondern unterstützt auch den Förderverein, der sich viel Mühe um den Erhalt der Burganlagen macht. Die anschließende zügige Fahrt über Wittenberge wurde noch unterbrochen durch zwei Verpflegungspausen in Hinzdorf (Pfannekuchen) und Lütkenwisch (Apfelkuchen) sowie dem Übersetzen mit der Elbfähre bei Schnackenburg. Trotz der sehr unsicheren Witterungsverhältnisse in diesen Tagen erreichten wir Gartow ohne einen Niederschlag abbekommen zu haben.
Die Bilanz der Tour läßt sich durchaus sehen: Auf 1512 Mannschaftskilometern lediglich zwei, glücklicherweise glimpflich verlaufene Stürze, eine Reifenpanne, eine verschluckte Fliege sowie die Erkenntnis, daß solch eine Fahrradtour nicht nur die Überwindung großer Distanzen ermöglicht, sondern auch einen Hauch von Abenteuer bieten kann. Vereinzelt wurde eine kindliche Freude am Befahren von Einbahnstraßen in verkehrter Richtung und dem Blockieren von Zugtüren beobachtet.
Was die Eingangs erwähnten Weisheiten betrifft – sie wurde überwiegend in den frühen Abendstunden während des Ausgleichs der tagsüber verlorengegangenen Kalorien erzielt.
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