Obstwiese

Wir pflegen eine Kultur der Achtsamkeit, die geprägt ist vom ehrfürchtigen Dialog mit Gott und seiner Welt. So ersteht eine Symphonie zwischen Mensch, Ökonomie und Schöpfung.

Die Streuobst - Wiese hinter dem Evangelischen Forum ist schon viele hundert Jahre alt. Sie wurde im Jahr 2006 ausgezeichnet als “Die schönste Streuobstwiese” im Wendland in der Rubrik der Altanlagen. Auch wurde sie  zertifiziert und erhielt das Gütesiegel für biologischen Anbau auf dem Streuobsttag.

Die Kirchenbücher berichten aus dem Jahre 1789: Hier gab es 8 französische Birnbäume, 10 hochstämmige Apfelbäume und 10 hochstämmige Birnbäume, ein Kirschbaum und 8 Pflaumenbäume. Heute gibt es durch Nachpflanzungen 36 verschiedene Obstbäume. Zur Pflege dieser Kulturform hat sich der Pfarrer einem regionalen Bio – Streuobst Verein und dem örtlichen Imkerverein angeschlossen.

Der Blick auf die Obstbäume und auf die Bienen nimmt auch Bilder der christlichen Liturgie auf: Honig ist Sinnbild für die Reinheit des göttlichen Wortes.

Rechts hinter den Bienen ist ein großes Gebüsch. Da freut sich der Igel mit seiner Familie über einen schönen Lebensraum.

Hinter dem Zaun übernehmen Moorschnucken die Graspflege. 5000 Quadratmeter Wiese müßten sonst mit hohem Energieaufwand gepflegt werden.

Dort genießen auch fünf Hühner und ein Hahn ihre Freiheit. Sie können im Gartower Pfarrgarten nach Herzenslust herumkratzen.

Als sie in einer Legebatterie aufgewachsen sind, haben sie sich gewiss nicht vorstellen können, wie es ist, ein Mittagsschläfchen im Quittenbusch zu halten.

Das Leben im Wechsel der Jahreszeiten ist nicht nur für das Federvieh ein besonderer Genuss - wo können wir Menschen dies noch so unmittelbar miterleben?

Normalerweise sieht man die Veränderungen nur noch im Wetterbericht oder in der Schaufenster - Dekoration.

Im Gartower Pfarrgarten ist es nachts noch dunkel und die Sterne scheinen. Hier ist die langsame aber stetige Dynamik zwischen Blüte und Ernte sichtbar.

Schöpfung wird erfahrbar. Die menschliche Arbeit auch. Als ich zum Reformationsfest die Quitten geerntet und zu Saft verarbeitet habe war das eine sehr intensive Erfahrung.

Demnächst beginnt die Zeit der Ernte. Wir werden dann auch wieder den “Apfelsaft aus dem Gartower Pfarrgarten” und “Quittensaft aus dem Gartower Pfarrgarten” herstellen und diesen im Pfarrhaus und bei Veranstaltungen verkaufen.

Solange die Erde steht, soll nicht aufhören

Saat und Ernte

Frost und Hitze

Sommer und Winter

Tag und Nacht!

1. Mose 8, 22