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Kommentar aus der Evangelischen Zeitung vom 26. Juli 2009
Thema im Wahlkampf?
„Endlager“ – dieses Wort hat einen unheimlichen Beiklang. Es kling nach Endgültigkeit, nach Irreversibilität. Was endgelagert wird, das ist nicht rückholbar. Bei der Frage, wo der Atommüll aus den Kraftwerken endgelagert wird, geht es um zeitliche Dimensionen, die sich unserer Vorstellungskraft entziehen. Nicht nur die nächste oder die üebrnächste Generation sind betroffen von den Entscheidungen, jahrhundertelang wird der Aball strahlen, den wir heute erzeugen – und damit viele, viele Generationen belasten.
Weil das so ist, taugt das „Thema Endlager“ nicht für Wahlkampzwecke oder mediale Sommerlöcher. Politikerinnen und Politiker aller Parteien sind mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass das Endlager-Moratorium im nächsten Jahr ausläuft und dass kein weiteres Jahr ins Land gehen darf, in dem die Frage nach dem Endlager „verdrängt“ wird.
Es reicht nicht aus, dass immer wieder Gorleben genannt wird als einzige Möglichkeit für eine Endlagerung. Gorleben ist bei allen Bedenken, die da sind, eine Option. Aber solange nicht andere Optionen nach gleichen Kriterien geprüft sind, ist Gorleben nicht der Endlagerstandort.
Nach dem Endlager – Symposium, das vom zuständigen Bundesministerium im letzten Jahr veranstaltet wurde, erging die Bitte an die Kirchen, mit dafür zu sorgen, dass der neu begonnene Dialog weiter geführt wird. Daran wird deutlich, dass uns als Kirche eine hohe Kompetenz und Integrität zugeschrieben wird, um in der Frage der atomaren Endlagerung verhärtete Fronten zu durchbrechen.
Mit einer viel beachteten Tagung der Akademie Loccum und mit der Beauftragung eines in diesen Fragen hoch kompetenten Pastors aus dem Wendland nehmen wir als Landeskirche diese Herausforderung an. Christinnen und Christen im Wendland stehen seit Jahrzehnten, auch stellvertretend, in dieser Auseinandersetzung. Mit unserem Engagement als Landeskirche nehmen wir das Mandat wahr, das wir für die Bewahrung der Schöpfung und die Sicherheit der nachkommenden Generationen haben.
Arend de Vries, Geistlicher Vizepräsident im Landeskirchenamt Hannover
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