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Wenn man eine Pisa – Studie über religiöses Wissen anstellen würde, käme allgemein sicher Erschreckendes zu Tage. Menschen mit islamischer Überzeugung wissen genauer zu sagen, was Christen sind als die Christen selbst. Katholiken können ihre eigene Position deutlicher benennen als evangelische Christen im ökumenischen Dialog. Für das Zusammenleben in unserer Welt ist es nötig, Auskunft geben zu können über den Glauben. Reformatorische Grundwerte geben Orientierung in den globalen Fragen unserer Zeit.
Zum Reformationsfest 2002 im Landkreis Lüchow – Dannenberg rufe ich das lutherische Maß für alles öffentliche Reden in Konflikt – Situationen in Erinnerung. An ihm haben sich Reden und Artikel, Verlautbarungen und Verfügungen zu orientieren, wenn sie von Christen verfaßt werden:
„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Was ist das? Wir sollen Gott fürchten und lieben, daß wir unseren Nächsten nicht belügen, verraten, verleumden oder seinen Ruf verderben, sondern sollen ihn entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.“
Wie leicht wird der Ruf eines Menschen durch falsches Zitieren und verkürzte Wiedergabe von Sachverhalten verletzt! Wie wichtig ist es, Gutes über die jeweilige Gegenseite zu sagen! Niemand weiß das besser, als wir im Wendland.
In Wittenberg wird uns ein Schauspiel geboten. Der historische Markt erinnert an Vergangenes. Ministerpräsident und Bischof jedoch sind genau so real wie die Konfirmanden. So ist unsere Reise keine Spielerei, sondern ein ernsthafter Versuch, der jungen Generation Orientierung zu vermitteln. Der alte Gartower Lehrer und Heimatforscher Rudolf Haberland hat uns ein Leitwort vermittelt, nach dem wir in unserer Gemeinde handeln. Er sagte: „Nur wer das Vergangene recht erkennt wird auch das Gegenwärtige durchschauen und wird getrost und mit doppelt sicherer Hand am großen Werk der Zukunft bauen.“
Eckhard Kruse, Pastor in Gartow
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