Schule Meetschow

In echter Gemeinschaft viel gelernt

Über 85 ehemalige Schüler kamen zur Wiedersehensfeier nach Meetschow

bri Meetschow. Als die Glocke der kleinen Kirche in Meetschow zur Andacht anlässlich des ersten Treffens ehemaliger Schüler läutete, war auch der letzte Platz besetzt. Über 85 Ehemalige und ihre Partner hatten sich eingefunden, um sich ihrer Wurzeln zu besinnen und der Verstorbenen zu gedenken.

Bild: Ihrer Schulzeit in Meetschow erinnerten sich über 85 Ehemalige, die ihre Wiedersehensfeier mit einer Andacht in der Kirche, wo viele von ihnen auch getauft worden sind, begannen. Aufn.: -bri-

Pastor Eckhard Kruse aus Gartow bat alle diejenigen, sich um den Taufstein zu versammeln, die in dieser Kirche getauft worden waren. Mehr als die Hälfte kamen nach vorn.

Die Initiatorinnen dieser beeindruckenden Zusammenkunft, Ute Bade und Sieghilde Seibt, waren selbst über die große Beteiligung überrascht. Mit 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmern (Partner eingeschlossen) waren sogar mehr gekommen, als erwartet. Natürlich hatte es viele Monate intensiver Detektivarbeit gekostet, Adressen und Wohnsitze ausfindig zu machen. Doch jeder Gefundene brachte neue Kontakte, so dass schließlich die Einladungen verschickt werden konnten.

Für den Außenstehenden beeindruckend waren jedoch nicht nur all die berührenden, fröhlichen Erinnerungen an eine Schulzeit, die in einem Raum mit acht Klassen und auf den Wiesen, Weiden und im Badebrack verbracht wurde, sondern die Erfahrung von echter Gemeinschaft im gesamten Dorf. Auch wenn beide Eltern arbeiten mussten, waren die Kinder nie sich selbst überlassen. Es war immer jemand da, der sich um das leibliche und seelische Wohl der Kinder kümmerte. Auch als die Flüchtlingsströme in der Kriegs- und Nachkriegszeit die Einwohnerzahl von Meetschow von 150 auf 300 und mehr anstiegen ließen, rückte man zusammen und öffnete die Kirche für alle Konfessionen, die die Vertriebenen mitbrachten.

In der Schule selbst unterrichteten die Großen die Kleinen und mussten für ihren eigenen Unterricht eben etwas früher kommen oder länger bleiben. Heute weiß man, dass Lernen am besten über Lehren funktioniert und Verantwortungsbewusstsein entsteht, ohne dass großartig darüber geredet werden muss. Lehrersgattin, Dorfwirt, Pastor - alle halfen mit, die Kinder zu unterrichten. Sie lernten Schwimmen im Badebrack, das immerhin drei Meter tief war, Tanzen und Konfirmandenunterricht fand beim Wirt statt, selbst die Bundesjugendspiele wurden mit großem Erfolg auf der Vormittagsweide absolviert.

So ist es nicht verwunderlich, dass die Absolventen der Zwergschule in Meetschow in allen Berufen bis hin zu Professoren erfolgreich sind und aus allen Ecken Deutschlands und sogar den Niederlanden anreisten, um wieder Kontakt aufzunehmen. Die Altersspanne reichte von über 80 bis zu 45 Jahren und umschloss in vielen Fällen mehrere Generationen. Ernst-Lothar Herter, einer der jüngeren Ehemaligen und Besitzer der Dorfgaststätte, der für das leibliche Wohl sorgte, versicherte, dass die Gemeinschaft in Meetschow auch heute noch funktioniert. Das erklärt, warum viele Kontakt halten oder ihn wieder beleben werden.

Vielleicht wird die Freude über das gelungene Treffen, bei dem viel Zeit für das miteinander Sprechen genutzt wurde, dazu führen, die vielen herzerfrischenden Erfahrungen schriftlich zu sammeln, um den Nachkommen ein Empfinden und ein Vorbild dafür zu geben, wie stärkend echte Gemeinschaft sein kann.