Zwischen den Jahren

Locker-leichte Umspielungen

Musik zwischen den Jahren in der Gartower St.-Georg-Kirche

oel Gartow. »Die Verkündigung der Weihnachtsbotschaft in Musik und Wort ist mein Ziel für die ,Musik zwischen den Jahren.» Das erklärte Organistin Dorothea Tramitz einen Tag vor dem Jahreswechsel zum Jahr 2010 in der gut gefüllten St. -Georg-Kirche in Gartow.

Die Kirchenmusikerin spielte unter anderem drei Variationen des Liedes »Nun komm, der Heiden Heiland». Ihre Absicht war es, die Melodie für die Zuhörer eingängig zu machen. Die langen tiefen Töne zum Anfang luden zur nachdenklichen Einstimmung ein, die im Laufe der Stücke immer mehr in aufgeregte Stimmung übergingen. So steigerte sich die Dynamik von Bearbeitung zu Bearbeitung des Adventsliedes. Bis zum Ende der dritten Variation zeigte die Organistin, was in der Johann-Matthias-Hagelstein-Orgel steckt und ließ den Zuhörern nach mächtigen Schlussklängen die Möglichkeit, die Musik erst mal auf sich wirken zu lassen. Das Konzert war in eine Andacht gebettet. Passend zu den Stücken des Advents, folgte eine Lesung zur Menschwerdung Jesu aus dem Johannisevangelium. Die Gartower Kantorin zeigte in »Magnificat primi toni» von Dietrich Buxtehude auch ihr gesangliches Können. Ihre kräftige, helle Stimme erreichte auch die ersten Reihen der Kirchenbänke, in denen die Zuhörer bedächtig lauschten. Ebenfalls ein Spiel aus Gesang und Orgelmusik bildete »Puer natus in Bethlehem» desselben Komponisten. Dessen langen, melancholischen Töne einen Kontrast zur hellen Stimme der Sängerin bildeten. Bezeichnend für die verschiedenen Stücke waren vor allem die variierenden Klangfarben, die von einem Klang ähnlich der Querflöte bis zu dem eines Dudelsacks reichten. Mit ihren locker-leichten Umspielungen bewies Dorothea Tramitz ihre jahrelange Erfahrung an der Orgel.

Die rund 110 Zuhörer sangen mit kräftiger Stimme zum Orgelspiel »Gelobet seist du, Jesu Christ» und »Wisst ihr noch, wie es geschehen». Neben den zahlreichen deutschen spielte Tramitz auch fremdsprachige Lieder. Stücke französischsprachiger Komponisten sorgten für klangliche Abwechslung. So setzte Dorothea Tramitz einen Akzent in der noch bis Anfang Februar reichenden Weihnachtszeit: »Das Konzert richtete sich an diejenigen, die den Sinn in Weihnachten suchen und Kirchgänger, die ihn vielleicht schon gefunden haben.»

Beschwingt und fröhlich erklangen sodann im Konzert zwei Pastorellas: auf der Truhenorgel die »Pastorella C-Dur» von Frantisek Xaver Brixi, der in Prag komponierte und dessen Werk ein Bindeglied zwischen Barock und Klassizismus bildet. Bevor dann die »Pastorella in D-Dur» von Jan Krtitel Kuchai auf der Hagelstein- Orgel gespielt wurde, verlas Pastor Eckhard Kruse einen anrührenden Brief des unlängst verstorbenen Kabarettisten Hans-Dieter Hüsch an ein Mädchen über die Existenz und die Unterstützung des Christkindes. Kuchais Stück bestach durch ausgefallene Registrierung. Auch das Publikum wurde in die Gestaltung des Abends mit zwei Gemeindeliedern einbezogen. Mit drei weihnachtlichen Stücken von César Franck und der bekannten »Noel Suisse» von Louis-Claude Daquin wurde das lebendige Konzert abgerundet.